Demografischer Wandel und Alterung im ländlichen Raum

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Ältere Menschen sind öfter betroffen. Die Dickdarmtumore entwickeln sich aus Polypen, die zunächst meist gutartig sind. Aus diesen Polypen kann sich häufig innerhalb von wenigen Jahren der Krebs bilden. Bei einer Vorsorge‐Darmspieglung können diese Polypen ohne großen Aufwand entfernt werden. Das bedeutet, dass daraus kein Darmkrebs mehr entstehen kann. Wird bei einer Vorsorgeuntersuchung ein Tumor im Frühstadium entdeckt, kann ein kleinerer Eingriff zur Heilung führen. Ein künstlicher Darmausgang, wie er nicht selten bei fortgeschrittenen Tumoren erforderlich ist, wird vermieden.

Die Vorsorgeuntersuchung kann für jeden Bürger über den Hausarzt organisiert werden. Leider wird diese Möglichkeit von vielen Menschen nicht genutzt. Hierfür gibt es sicherlich unterschiedliche Gründe. Uns ist bewusst, dass es neben den organisatorischen Schwierigkeiten immer eine persönliche Entscheidung jeder Bürgerin und jedes Bürgers ist, sich für oder gegen eine Vorsorgeuntersuchung zu entscheiden.

Wir möchten untersuchen, welche Gründe bzw. Hindernisse beseitigt werden müssen, um Bürgern gerade im höheren Alter dabei zu helfen, eine Vorsorgeuntersuchung zu nutzen. Hierzu wollen wir die Vorbehalte und Sorgen älterer Bürger gerade in der ländlichen Region analysieren. Mit der Unterstützung des Landes Sachsen-­Anhalt wollen wir im Jerichower Land und im Bördekreis über eine Befragung (Fragebogenaktion) zur Darmkrebsbehandlung und anschließender Analyse der Daten zu verwertbaren Ergebnissen kommen.

Diese Aufgabe hat unser An-­Institut für Qualitätssicherung in der operativen Medizin an der Universität Magdeburg in Zusammenarbeit mit emeritio übernommen. Ziel ist es, älteren Menschen auch in ländlichen Regionen die notwendigen Informationen über und die Möglichkeiten zur Darmkrebsvorsorge zu erschließen.

Wir bitten Sie, uns bei dieser Aktion zu unterstützen und uns ihr Einverständnis zur Erfassung und Auswertung Ihrer Behandlungsdaten zu geben. Nur wenn wir die Probleme genauer kennen, können wir sie lösen.

Patienteninformation

Prof. Dr. Hans Lippert

Prof. Dr. Hans Lippert
Projektleiter

Tino Grosche

Dr. Ing. Tino Grosche
Koordinator